„…mit dem Glüke des Krieges zugleich wandte sich daß Glüke meiner Muse.“
In Schlesien in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, erlebte die zweimal unglücklich Verheiratete den Tod mehrerer Kinder. Lesehungrig verschlang Anna Louisa Karsch (1722–1791) hauptsächlich Volksbücher und Erbauungsliteratur, später dann die Autoren der Aufklärung. Indem sie gegen Geld Gelegenheitsgedichte verfasste, versuchte sie die drückende Armut zu lindern. Später verlegte sie sich ganz aufs Schreiben. Über Berlin hinaus, wo sie dank eines Gönners lebte, wurde sie - von W.L. Gleim als „deutsche Sappho“ betitelt – sehr erfolgreich. Madame Karschin war die erste deutsche Schriftstellerin, die ihren Lebensunterhalt mit Schreiben verdiente.
Susanne Roller ist Historikerin, Politologin und Germanistin.