Von Fabrikschlössern und Inkunabeln der modernen Architektur
Industriearchitektur wird entwickelt, um optimal Produktionsabläufe umzusetzen. Doch zeigt der Blick in die Baugeschichte, dass die Kriterien dafür nicht unbedingt nur Sparsamkeit und Stabilität waren. Auch eine repräsentative Wirkung konnte und kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Kuppeln und Türme erzeugten gelegentlich die Silhouette eines Schlosses. Die Nüchternheit eines Industriebaus kann aber auch als konsequente Schlichtheit umgesetzt werden. Insofern kontrastieren die im Vortrag vorgestellten Beispiele zwischen Üppigkeit und Spartanität. Der Vortrag zeichnet die Entwicklung des Industriebaus im 19. und 20. Jahrhundert nach, geht auf die Stilformen ebenso ein wie auf die Konstruktion, stellt Bauherren und Architekten vor, zeigt spektakuläre Beispiele aus der „großen“ Architektur wie aus der näheren Umgebung.
Klaus J. Loderer hat an der Universität Stuttgart Architektur und Städtebau mit dem Schwerpunkt Architekturgeschichte studiert. Er ist als Redakteur, Kulturjournalist und Bauhistoriker tätig und unterrichtet an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen Architekturgeschichte.