Aufgrund von Vertreibungen und Pogromen in Westeuropa wanderten viele Juden vor allem zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert in mehreren Wellen nach Osteuropa, vor allem nach Polen-Litauen aus. Dort entstand das osteuropäische Judentum, welches bis zur Schoa die größte jüdische Bevölkerungsgruppe weltweit darstellte. Neue Zentren der jüdischen Gelehrsamkeit entstanden, ebenso eine ganz eigene Kultur, die sich vor allem im Schtetl manifestierte. In der Schoa wurde diese Welt des osteuropäischen Judentums zerstört und lebt heute nur noch in Erinnerungen oder wenigen Fotografien fort. Unter anderem anhand des Musicals Anatevka werfen wir einen Blick auf diese untergegangene Welt des osteuropäischen Judentums.
Florian Indenbirken hat Osteuropäische Geschichte, Vergleichende Religionswissenschaft und Kunstgeschichte studiert und ist in Ludwigsburg bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg tätig.