Die italienische Renaissance hat nicht nur allgemein die bildhauerischen Leistungen der Antike zu würdigen gewusst, sondern auch und im Besonderen die Monumentalskulptur. Das sind deutlich überlebensgroße Skulpturen von Göttern, Herrschern oder Helden. Idealerweise waren sie aus einem Marmormonolithen geschaffen. Das in der Antike postulierte Ideal der Bildhauerei wurde in der Renaissance aufgegriffen und mit Leidenschaft verfolgt. Große Figuren aus einem Block zu schaffen war nun mehr als ein ästhetisches Ideal. Eine solche Arbeit bewies die Bravura des Künstlers und seine persönliche Integrität. Ein Meilenstein ist Michelangelos David, doch der steht nicht allein da.
Prof. Dr. Sabine Poeschel hat Kunstgeschichte, Romanistik und Publizistik studiert und lehrt am Institut für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart.