Haben oder Sein?

Musikalisch-politische Grenzgänge: Grupo Sal Duo mit Alberto Acosta


Grupo Sal ist Kult, seit mehr als 30 Jahren. Die Musiker aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas und Europas sind Grenzgänger im besten Sinne des Wortes. Sie schlagen Brücken zwischen lateinamerikanischen Rhythmen und erzeugen so ein kontinentales Klangbild. Mir ihrer Poesie, mit ihrer internationalistischen Haltung und mit ihren Themen schlagen sie aber auch Brücken zwischen dem Süden und dem Norden. Musik, Politik und Gesellschaft fließen in ihren interaktiven „Konzert-Lesungen“ zusammen. Sie tragen Titel wie „Canto del agua“, „Das Lied der Erde singen – in einer Welt der Gewalt“, „Spiel mir das Lied vom Brot“, „FAIRwandlungen“ oder „Sin fronteras – grenzenlos“. Seit jeher mischt Grupo Sal Lieder und Wortbeiträge etwa von Ernesto Cardenal, Dorothea Sölle oder wie an diesem Abend von Alberto Acosta. Fragen und Kommentare des Publikums sind ausdrücklich erwünscht.

Acosta leitete die Verfassungsgebende Versammlung in Ecuador. Als Energieminister konzipierte er den großen Deal zwischen dem Norden und dem Süden für eine faire und nachhaltige Entwicklung. Bekannt wurde seine epochale Idee im Zusammenhang mit dem Yasuní-Nationalpark. Unter seiner Federführung bot das Land der Weltgemeinschaft an, auf die Ölförderung zu verzichten, wenn Ecuador die Hälfte der erwarteten Erdölerlöse erstattet würde. Leider blieb die historische Chance ungenutzt.

Seit seinem Rückzug aus der Politik betätigt sich Acosta als Wissenschaftler, Publizist und Aktivist in Sachen nachhaltiger Entwicklung. Viele seiner Lösungsvorschläge tragen unverkennbar indigene Züge. Die offenen Fragen sind hochaktuell: Was sind gute Gemeinschaften, welche Rechte gewähren sie den Einzelnen, welche Funktionen überlassen sie dem Markt, und welche Güter sind so elementar, dass sie gesellschaftlich verwaltet werden müssen? Wie können die Interessen von Industrie- und Entwicklungsländern auf eine nicht-kolonialistische Art verhandelt werden?  Grupo Sal verhandelt ernste Themen mit musikalischer Lebensfreude und grenzenloser Hoffnung auf eine bessere Welt. Wahrlich sind ihre ganz besonderen Grenzgänge ein wesentlicher Grund für ihre zeitlosen Erfolge. 

In Kooperation mit:
Kommunale Koordinierungsstelle für Entwicklungszusammenarbeit,
Stadt Ludwigsburg Klimapartnerschaft Ambato,
Fairtrade-Agendagruppe Ludwigsburg,
Honorarkonsularische Vertretung der Republik Ecuador in Ludwigsburg



1 Abend, 02.10.2019
Mittwoch, 19:00 - 21:30 Uhr
1 Termin(e)
Alberto Acosta
Grupo Sal Duo
1921001
Kulturzentrum, Wilhelmstraße 9/1, 71638 Ludwigsburg, großer Saal, Hochparterre
Abendkasse:
12,00
(Karten zu 10,00 € im Vorverkauf in der vhs Geschäftsstelle)