Bolivianisch/Deutsche Energie- und Mobilitätsinitiative. Ganzheitlicher Ansatz.


In den 1960er Jahren kritisierte eine entwicklungspolitische Schule die asymmetrische Arbeitsteilung zwischen den Ländern des Nordens und des Südens. Der Dependenztheorie zufolge konnte die Unterentwicklung des Südens nur durch die Herausbildung eigener Wertschöpfungsketten überwunden wurden. Diese Ketten beginnen bei der Förderung der Rohstoffe. Entwicklungsländer leiden unter Kapitalmangel, Infrastuktur—und Technologiedefiziten. Sie sind auf die Zusammenarbeit mit den Industrieländern angewiesen, und doch sollen die Rohstoffe so genutzt werden, dass sie der Entwicklung des Landes und damit der Bevölkerung zu Gute kommen. Intelligente Partnerschaften auf Augenhöhe sind gefragt. Allerdings sind sie so selten wie weiße Raben. Eine dieser seltenen Fälle entwickelt sich gerade in einer abgelegenen Gegend in den bolivianischen Anden. Genauer am Salar de Uyuni, einem Salzsee, an die weltgrößten Lithiumvorkommen lagern dürften.
>Um die Gewinnung, Nutzung und Vermarktung dieser Vorkommen kümmert sich das bolivianische Staatsunternehmen YLB (Yacimientos de Litio Bolivianos). Das Ziel ist ehrgeizig. Aus Restsole sollen Rohstoffe gewonnen werden, und es sollen Fertigungskapazitäten zur Produktion von Kathodenmaterial und Batteriesystemen aufgebaut werden. Die YLB suchte nach internationalen Partnern. Acht internationale Konsortien beteiligten sich an der Ausschreibung. Gewonnen hat sie ein mittelständisches Unternehmen aus Zimmern ob Rottweil, die Firma ACI-System GmbH. Drei Gründe für diesen spektakulären Erfolg, der Parteien übergreifend gefeiert wurde, sprachen für die schwäbischen HighTech-Spezialisten: die fachliche Kompetenz, das Konzept des Knowhow-Transfers und die ökologische Komponente. Es sollen regenerative Energien genutzt werden, es soll eine dezentrale Stromversorgung aufgebaut werden. Alle diese Komponenten sollen für eine „grüne“ Batterie- und Kathodenproduktion sorgen. Mancherorts wird von der Produktion eines bolivianischen Elektroautos geträumt.
>An diesem Abend empfangen wir den Geschäftsführer von ACI-systems Professor Dr. Wolfgang Schmutz. Er berichtet in Worten und Bildern über das bemerkenswerte Projekt, über die Zusammenarbeit mit den bolivianischen Partnern und über die Bedeutung von solchen Entwicklungspartnerschaften auf einem Kontinent, auf dem deutsche Firmen sehr viel seltener vertreten sind als US-amerikanische oder seit einiger Zeit auch chinesische. 
Vortragender: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Schmutz, ACI Systems Alemania GmbH (ACISA)



1 Abend, 19.11.2019
Dienstag, 19:30 - 21:00 Uhr
1 Termin(e)
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Schmutz
1921015
Kulturzentrum, Wilhelmstraße 9/1, 71638 Ludwigsburg, kleiner Saal, Hochparterre
Abendkasse:
5,00