Schwäbisches Bilderblatt 1930-03-07 Nr.10 Kolonialfest Frauenvereine Ausschnitt

Württembergische Frauenvereine in der Kolonialbewegung


Der deutsche Kolonialismus wurde stark von Männern geprägt, sei es als Soldaten, Händler oder Beamte. Doch auch Frauen engagierten sich auf vielfältige Weise. In Württemberg existierten vom Kaiserreich bis in die NS-Zeit Ortsgruppen und Landesverbände etwa des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft oder des Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien. Später wurde die Frauenarbeit im „gleichgeschalteten“ Reichskolonialbund gebündelt. Der Vortrag stellt Strukturen, Funktionärinnen und Aktivitäten der württembergischen Frauenvereine vor und geht auf die im propagierten Frauenbild enthaltenen Widersprüche ein.

Ziele waren die Verbreitung kolonialer Ideologie in der Heimat ebenso wie die praktische Unterstützung der Kolonialdeutschen. Dazu zählten die Errichtung eines nach der Königin Charlotte benannten Krankenhauses in Togo, Weihnachtsgaben für „unsere Truppen in Südwestafrika“ ebenso wie eine Vermittlungsstelle für junge Frauen nach Deutsch-Südwestafrika – der einzigen dieser Art außerhalb Berlins. Zur Finanzierung wurden „Wohltätigkeitsfeste“ – etwa im Ludwigsburger Bahnhofshotel – oder Spendensammlungen durchgeführt.


Dr. Heiko Wegmann ist Kurator der Werkstattausstellung „Schwieriges Erbe. Linden-Museum und Württemberg im Kolonialismus“ (bis 8.5.2022).


In Kooperation mit: Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ludwigsburg




1 Abend, 18.10.2021
1 Termin(e)
Heiko Wegmann
2121006 (flexline) 
Kulturzentrum, Wilhelmstraße 9/1, 71638 Ludwigsburg, kleiner Saal, Hochparterre
Gebühr:
8,00
Abendkasse