Ingo Schulze – Lesung aus seinen Werken und Gespräch am 24. Oktober

Im Rahmen der Reihe mauern.brechen - 30 Jahre Mauerfall


Ingo Schulze zählt für "Die Zeit" zu "den wichtigsten literarischen Stimmen aus den neuen Bundesländern". Er wurde mehrfach für den Deutschen Buchpreis nominiert, zuletzt mit „Peter Holtz“ und rangiert zudem auf Bestseller-Listen weit oben. Zwei Mal sei er sprachlos gewesen, sagt Ingo Schulze von sich selbst. Zwei rhetorische Grenzsituationen im Leben eines Intellektuellen im klassischen Sinne, eines wortgewaltigen Chronisten deutsch-deutscher Verhältnisse. Das erste Mal 1990  als die Kräfte, die für einen freiheitlichen Sozialismus eintraten und damit eine der seltenen erfolgreichen Revolutionen auf deutschem Boden auslösten, bei den ersten freien Wahlen gerade mal 2,5 % der Wählerstimmen ergatterten. „Man braucht uns nicht mehr“, dachte er damals. Das zweite Mal angesichts der Stille im Land, als 2008 der Finanzkapitalismus kollabierte und die ganze Widersinnigkeit des Systems offensichtlich wurde.

Statt einem Beitritt des Ostens hätten sich viele eine echte Wiedervereinigung gewünscht, in der sich auch der Westen hätte hinterfragen müssen. Entwicklungen wie bei Zeiss Jena statt Abwicklung nach Art der Treuhand-Anstalt. „Statt einer marktkonformen Demokratie“ – wie Schulze titelt - „demokratiekonforme Märkte“ und schließlich statt der Charta 2017 eine wahrhaftige Diskussion über den Zusammenhang zwischen globalisiertem Kapitalismus und wieder erstarktem Nationalismus.

In diesem Setting spielen die Romane von Ingo Schulze. Sie beschreiben Mentalitäten, die es zu verstehen gilt, wenn der Beitritt, der so viel mehr hätte sein können, ein gelungener bleiben solle, wie Schulze meint. Schließlich vertrete niemand separatistische Positionen wie dies im befreundeten Ausland mancherorts der Fall ist.
Die DDR in den Achtziger Jahren, die Zeit der so genannten Wende und die ereignisreichen Jahr(zehnt)e danach.


In Kooperation mit: Citykirche Ludwigsburg, Stadtbibliothek Ludwigsburg