Filmgespräch: El viaje – Die Reise am 20. Februar

Wie kaum ein anderer Regisseur hat Fernando Solanas das kollektive Gedächtnis einer Nation und eines ganzen Kontinents geprägt: „Die Stunde der Hochöfen“ ist ein emanzipatorisches Manifest. „Sur“ ist die Generalabrechnung mit den Generälen, die ihre Länder vom „Marxismus“ säubern wollten. Sein poetischster Film erschien 1992 als Antithese zu den 500 Jahr-Feiern der Spanier. „El viaje“ inszeniert die Odyssee eines jungen Feuerländers, der auszieht, um seinen Vater, seinen Kontinent, sein eigenes Ich zu finden. Er findet wunderbare Menschen, starke Gemeinschaften und schwache Regierungen. „El viaje“ ist eine Passions- und Emanzipationsgeschichte, ein Vexierspiel zwischen Motiv und Abbildung, eine bitterböse Satire auf eigennützige Symbolpolitiker, eine Hommage an den Aufrechten Gang und: ein Opus Magnum der filmischen Erinnerungspolitik.

In Kooperation mit: AK Dialog Synagogenplatz